Deutsche Rentenversicherung

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Seehofkolloquium am Samstag, den 15. Juni 2019

von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Arbeitswelt und Psychosomatische Rehabilitation

Jubiläums-Kolloquium anlässlich des 20jährigen Bestehens
der Abteilung Verhaltenstherapie & Psychosomatik
am Reha-Zentrum Seehof

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in diesem Frühjahr gibt es etwas Besonderes zu feiern:
Am 16.11.1998 begann Prof. Dr. Michael Linden mit dem Aufbau der Abteilung Verhaltenstherapie und Psychosomatik am Reha-Zentrum Seehof. Ab März 1999 wurden die ersten Patienten aufgenommen. Schnell erwarb sich die Klinik einen besonderen Ruf in der Entwicklung und Erprobung neuer Konzepte und in der klinischen Reha-Forschung. Zahlreiche Konzepte wurden hier entwickelt, die die psychosomatische Rehabilitation bis heute prägen und die weiterhin aktuelle Forschungsthemen sind. Einige dieser Entwicklungen wollen wir bei diesem Seehof-Kolloquium vorstellen:
Psychosomatik befasst sich nicht nur mit psychischen sondern auch somatischen Störungen. Ein sozialmedizinisch relevantes Störungsbild sind komplexe Teilleistungsstörungen, die häufig unentdeckt bleiben oder als psychogene Störung verkannt werden. Am Reha-Zentrum Seehof wurde ihre Bedeutung für berufliche Teilleistungsstörungen gezeigt und diagnostische Kriterien erarbeitet, auch in Abgrenzung zum ADHS. Prof. Dr. M. Linden stellt in seinem Vortrag mögliche Ausprägungen, sozialmedizinische Folgen und Behandlungsstrategien für dieses Störungsbild vor.

Unter den psychischen Stress- und Belastungsreaktionen spielen soziale Stressoren eine besondere Rolle, wie Ungerechtigkeit, Herabwürdigung und Kränkungserlebnisse. Dr. B. Lieberei beschreibt, dass es zu massiven und anhaltenden Verbitterungsaffekten kommen kann, die sich in Symptomatik und Verlauf deutlich von einer Depression oder PTBS unterscheiden lassen. Gerade wenn das Kränkungsereignis im beruflichen Bereich liegt, kann die Teilhabe am Erwerbsleben nachhaltig bedroht sein. Diese Störung wurde bereits von Kraepelin ausführlich beschrieben. Sie wurde unter der Bezeichnung der „Posttraumatischen Verbitterungsstörung“ am Reha-Zentrum Seehof umfassend untersucht und es wurde mit der Weisheitstherapie eine spezifische Behandlungsmethode etabliert.

Belastende Ereignisse bei der Arbeit, Insuffizienz- oder Überforderungserleben können mit arbeitsspezifischen Ängsten bis hin zur Arbeitsplatzphobie einhergehen. Diese Ängste können einerseits als Folge einer beruflichen Belastungssituation reaktiv auftreten. Andererseits können psychische Erkrankungen aber auch das Auftreten von Arbeitsängsten begünstigen. Als gemeinsame Endstrecke zeichnen sich diese durch ein gegenüber anderen Angsterkrankungen erhöhtes Risiko für Teilhabestörungen im beruflichen Bereich aus, insbesondere lange Arbeitsunfähigkeitszeiten. Arbeitsängste und ihre Behandlungsmöglichkeiten sind das Thema des Vortrages von Prof. Dr. Beate Muschalla.

Die Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) ist eine Initiative der Rentenversicherungsträger. Ihre Einführung ist mit der Erwartung verbunden, dass der frühzeitige Arbeitsbezug in der Rehabilitation die Berufsrückkehrwahrscheinlichkeit von Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen verbessert. Nun kommt es darauf an, dieses Rahmenkonzept in der Psychosomatik umzusetzen und für die Psychotherapie zu adaptieren. Entscheidend für eine erfolgreiche Rehabilitation ist es
u.a., Rehabilitanden in einem möglichst frühen Stadium der Chronifizierung zu erreichen. Hierfür bedarf es neuer Netzwerkstrukturen, wie z. B. der Kooperation mit Arbeitsmedizinern im Rahmen von Psychosomatischen Sprechstunden in Betrieben. Projekte hierzu, die die Zukunft unserer Abteilung prägen werden, stellt Dr. med. U. Keßler vor.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unser 20jähriges mit diesem wissenschaftlichen Symposium mit uns feiern würden.


Ihr
Volker Köllner

Programm:

Moderation: Prof. Dr. med. Volker Köllner

10:00 Uhr
Komplexe Teilleistungsstörungen und ihre Bedeutung für die Rehabilitation
Prof. Dr. med. Michael Linden, Charité Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik m. S. Psychosomatik, Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation

10:45 Uhr
Posttraumatische Verbitterungsstörung nach beruflicher Kränkung
Dr. med. Barbara Lieberei, Heinrich Heine Klinik, Potsdam

11:30 Uhr
Arbeitsbezogene Ängste und Arbeitsplatzphobie
Prof. Dr. Beate Muschalla, Lehrstuhl für Psychotherapie und Diagnostik, TU Braunschweig

12:15 Uhr Pause

13:00 Uhr
Ausblick: Entwicklung neuer berufsbezogener Therapiekonzepte am Reha-Zentrum Seehof
Dr. med. Ulrich Keßler, Abt. Verhaltenstherapie und Rehabilitation, Reha-Zentrum Seehof

13:45 Uhr
Abschlussdiskussion mit allen Referenten und Ausklang der Veranstaltung

Wir bitten um Ihre Anmeldung zur Veranstaltung! Gern auch per Mail:
seehof-psychosomatik@drv-bund.de

Den Einladungsflyer zum Seehof-Kolloquium erhalten Sie hier:
Seehof-Kolloquium

Für diese Veranstaltung erhalten Sie bei der Landesärztekammer Brandenburg
4 Fortbildungspunkte der Kategorie A.

Researchgate.net

.....ist eine nicht kommerzielle Seite, von der Sie sich kostenlos Publikationen von Prof. Volker Köllner und Dr. Eike Langheim herunterladen und sich über unsere Projekte informieren können.

Prof. Köllner
Dr. Langheim

Artikel "Design and validation of a German version of the GSRS-IBS - an analysis of its psychometric quality and factorial structure"

erschienen in: Schäfer et al. BMC Gastroenterology (2017)

Autoren: Sarah K. Schäfer, Kathrin Julia Weidner, Jorge Hoppner, Nicolas Becker, Dana Friedrich, Caroline S. Stokes, Frank Lammert und Volker Köllner

Der Artikel als PDF:
Artikel "Design an validation of German version of the GSRS-IBS"

Artikel "Psychokardiologische Rehabilitation"

Ein Fächer-integrierendes Behandlungsmodell

Autoren: Prof. V. Köllner, Dr. J. Glatz, Dr. P. Langner,
Dr. W. Rademacher, J. Uhlig, Dr. E. Langheim

in der Zeitschrift "Ärztliche Psychotherapie" Ausgabe 4/2017 des Schattauer-Verlages ist unser Beitrag zur Psychokardiologie erschienen.
Dieser Artikel ist enstanden in Zusammenarbeit der Abteilung Psychosomatik und Verhaltenstherapie und der Abteilung Kardiologie des Reha-Zentrums Seehof der Deutschen Rentenversicherung Bund in Teltow und der Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik, Centrum für Innere Medizin und Dermatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Unter folgendem Link bekommen Sie einen Zugang zum Artikel als PDF:
Artikel "Psychokardiologische Rehabilitation"

Nachtrag zum Seehof-Symposium "Psychokardiologie 2017"

im November 2016 hat im Rehazentrum Seehof die interdisziplinäre Station Psychokardiologie die ersten Patienten aufgenommen. Bisher gab es trotz der guten Zusammenarbeit der beiden Fachabteilungen in unserem Hause immer die Notwendigkeit, sich zwischen einer psychosomatischen oder kardiologischen Rehabilitation entscheiden zu müssen.
Für Patienten mit rehabedürftigen Erkrankungen in beiden Fachgebieten bedeutete dies, dass eines von beiden Krankheitsbildern nicht optimal versorgt werden konnte. Dies ist angesichts der Forschungsergebnisse, die zunehmend die Wechselwirkung zwischen kardialen und psychischen Erkrankungen und deren Bedeutung für Lebensqualität und Überleben der Patienten aufgedeckt hat, nicht mehr zeitgemäß. In unserer interdisziplinären Station mit 12 Behandlungsplätzen werden die Patienten nun vom ersten Tag an fächerübergreifend kardiologisch und psychosomatisch gemäß einem doppelten Facharztstandard mit kombinierter sozialmedizinischer Beurteilung betreut – ein bundesweit bisher einmaliges Modellprojekt.

Zu diesem Anlass fand ein ganz besonderes Seehof-Symposium statt: Es ist uns gelungen, gleich drei international renommierte Experten auf dem Gebiet der Psychokardiologie als Referenten zu gewinnen. Sie gaben einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse und den klinischen State of the Art über psychokardiologische Aspekte bei KHK, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und arterielle Hypertonie geben. Relevante psychische Störungsbilder sind hierbei depressive Störungen, Angststörungen, PTBS--Posttraumatische Belastungsstörung, Anpassungsstörungen und kognitive Störungen. Dargestellt wurden auch aktuelle Befunde aus der Stressforschung.

Zum Schluss wurde von Herrn Prof. Köllner und Herr Dr. Glatz unser psychokardiologisches Rehabilitationskonzept vorgestellt, welches Sie sich hier unter folgendem Link herunterladen können

Vortrag "Psychokardiologie 2017"

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Anschrift

Reha-Zentrum Seehof
Lichterfelder Allee 55 | 14513 Teltow
Tel. 03328 345-0 | Fax 03328 345-777
reha-klinik.seehof@drv-bund.de

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