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Psychotherapie


Die Rehabilitationsklinik Seehof ist in besonderer Weise auf "Verhaltenstherapie" spezialisiert. Verhaltenstherapie ist eine moderne und bewährte Psychotherapieform mit den umfangreichsten Wirksamkeitsnachweisen. Diese hilft den Patienten ihre Erkrankung zu überwinden und neue Ziele zu finden.

Nicht selten kommt es bei kardialen Erkrankungen z. B. zu Angststörungen, wobei sich die Angst häufig auf eine mögliche Verschlechterung der Herzerkrankung oder die Möglichkeit eines neuerlichen kardialen Ereignisses bezieht. Verhaltenstherapie kann hier als Methode der ersten Wahl helfen, Angstbewältigungsstrategien zu lernen und durch die kardiologische Diagnostik unterstützt abgrenzen zu lernen, welche Symptome keine kardiologische Ursache haben bzw. welche doch kardiologischer Natur sind und somit einer raschen ärztlichen Abklärung bzw. Behandlung bedürfen. Dies ermöglicht Pat. i. S. einer verbesserten Selbstwirksamkeit, ihren Alltag wieder selbstbestimmter und angstfreier gestalten und verloren gegangene Handlungs-, Aktivitäts- und Gefühlsspielräume wieder mehr nutzen zu können. Vermeidungsverhalten wird abgebaut, was z. B. durch das wieder angstfreiere Verfolgen körperlicher Aktivitäten auch im Ausdauerbereich eine weitere Stärkung des Herzens ermöglichen kann.

Auch depressive Entwicklungen können aus der Herzproblematik und deren Konsequenzen (geringere Belastbarkeit, berufliche Einschränkungen, Rückgang wohltuender Aktivitäten, erforderliche Veränderungen der Schwerpunktsetzungen im Leben etc.) sich ergebend oder auch schon vorbestehend eine weitere Belastung zusätzlich zu der körperlichen bedeuten. Auch Verläufe von Herzerkrankungen können durch Depressionen ungünstig beeinflusst werden. Therapeutisch kann dann daran gearbeitet, die tatsächlichen Einschränkungen durch die Herzerkrankung noch genauer zu fassen, ggf. alternative positive Lebensinhalte und -schwerpunkte zu entwickeln. In einem sogenannten "Sokratischen Dialog" werden zudem möglicherweise vorhandene wenig hilfreiche gedankliche Umgehensweisen mit der Herzerkrankung herausgearbeitet und auf ihren Wirklichkeitsgehalt und ihre Brauchbarkeit hin überprüft. Darauf aufbauen werden Sie dann dabei begleitet, hilfreichere Gedanken und Denkweisen zu entwickeln.

Zu unserem Behandlungsspektrum gehören auch Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und Anpassungsstörungen (Belastungsreaktionen), wie sie z. B. als Folge von Reanimationen oder Schocks von implantierten Defibrillatoren auftreten können. Wichtig kann dabei zunächst die Vermittlung stabilisierender Techniken sein. Behandelt wird im Weiteren nach dem Rational der Traumaexposition wobei es darum geht, das Erlebte nicht mehr als belastende, sich aufdrängende Erinnerung mit nur schwer bewältigbaren Gefühlen (z. B. der Hilflosigkeit, der existentiellen Angst, des Ausgeliefertseins) zu erleben. Vielmehr soll es im Verlauf zu einem Erlebnis werden, was in der Vergangenheit liegt und sie nicht mehr so intensiv belastet. Auch Techniken wie Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) können dabei im stationären Rahmen zum Einsatz kommen. Möglicherweise mit der PTBS häufig auftretende Vermeidungstendenzen sollen zudem abgebaut und Ihnen somit wieder mehr Handlungsspielräume ermöglicht werden.

Manchmal werden im Rahmen der Behandlung auch Persönlichkeitsanteile deutlich die es erschweren die kardiale Erkrankung adäquat zu verarbeiten. Das können sehr gewissenhafte Anteile sein, die es schwerer machen, sich an ein möglicherweise künftig etwas niedrigeres Leistungspotential zu adaptieren, das könne auch sehr kränkbare Anteile sein, die das kardiale Ereignis weit über seine eigentliche Bedeutung hinaus belastend werden lassen z. B. dadurch, dass es als persönliche Niederlage verarbeitet wird. Derartige Persönlichkeitsanteile können näher betrachtet, therapeutisch begleitet oft relativiert und funktionalere innere Umgehensweisen mit sich selber entwickelt werden.

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